Bleiberecht für Alle

Presseaussendung vom 30.03.2021, 08:50 Uhr

Hainburgerstraße / Ostautobahn wegen Sammelabschiebung blockiert + Erneutes deutliches Zeichen gegen Abschiebepraxis in Österreich + Breiter Widerstand gegen Abschiebungen 


Wien, 30.03.2021. Heute früh blockierten ca. 50 Menschen die geplante Sammelabschiebung von ungefähr 45 Personen von Österreich nach Kabul in Afghanistan. Mit verschiedenen Blockademitteln und Sitzblockaden an mehreren Stellen, versperrten die Menschenrechtsaktivist*innen die Zufahrtsstraße zum Flughafen, um die Abschiebung zu verhindern. Am Nachmittag wird diesbezüglich um 16 Uhr eine Demonstration am Oskar-Morgenstern-Platz stattfinden; auch am Tag zuvor fanden bereits Proteste der afghanischen Öffentlichkeit vor dem österreichischen Innenministerium statt.


"Wir stehen im Gegensatz zur türkis-grünen Politik glaubhaft für humanitäre Werte ein und lassen deshalb nicht zu, dass 45 Menschen in das derzeit gefährlichste Land der Welt abgeschoben werden. Wir fordern den Stopp aller Abschiebungen und ein Bleiberecht für alle!" so Aktivistin Alicia Becker aus der Blockade. 



Für Afghanistan gilt derzeit laut Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten eine Reisewarnung der sechsten, und damit höchsten Stufe. Im Jahr 2020 stufte der Global Peace Index das Land als gefährlichstes Land der Welt ein. Menschen denen eine Abschiebung nach Afghanistan droht, wissen in welches Schicksal sie gezwungen werden. 


"Wir machen heute nicht nur die Regierung, sondern auch die Fluggesellschaften für diese rassistische Praxis sowie Flughäfen als Orte der Klimazerstörung verantwortlich. Jede Fluglinie und sogar die Crew an Bord hätte die Möglichkeit nicht an solchen Abschiebungen mitzuwirken und damit ein Zeichen der Solidarität zu setzen" so Aktivistin Mara Lund vom Bündnis Bleiberecht für alle.


Getragen wird die Aktion von einem breiten Bündnis aus Bleiberecht- sowie Klimagerechtigkeits-Aktivist*innen, unter ihnen auch Schüler*innen. Unter dem Namen "Bleiberecht für alle" setzen sie sich dafür ein, dass Abschiebungen in kein Land, weder nach Afghanistan noch in andere Länder, vertretbar sind. 
Auch weisen sie darauf hin, dass Flucht und Migration mittlerweile immer mehr ein Produkt der Klimakrise sind. Menschen werden aufgrund von Naturkatastrophen sowie ökonomischen Krisen, die auch durch die Klimakrise bedingt sind, zur Flucht gezwungen. Länder die von der jahrhundertelangen Ausbeutung des Menschen und des Planeten profitieren, müssen auch bereit sein Verantwortung dafür zu übernehmen. Dies umfasst auch das Sicherstellen von Menschenrechten wie dem Recht auf Asyl.


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